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Jul
07

Das zweite Semester — Übertreibungen, Schaubilder & Füllwörter

Es ist an der Zeit Leserwünsche zu erfüllen! Nico M. aus G. hat sich darüber gewundert, warum kein ihm bekannter Blogger einen Eintrag über das zweite Semester unseres gemeinsamen Studiums schreibt. Als auch noch Lena K. aus C. eine Anregung kundtat, beschloss ich beide Wünsche zu erfüllen; obwohl Corinna schon einen Eintrag über die beginnenden Ferien und auch Andreas einen Eintrag, der mehr oder weniger das Thema trifft, verfasst haben (Wünscheerfüllung verläuft chronologisch — keine Bange, Lena!). Sollte sich jetzt jemand benachteiligt fühlen, weil er/sie nichts von meiner kleinen “Aktion” wusste, darf sich frei fühlen einen eigenen Wunsch als Kommentar an diesen Eintrag zu äußern (ohne Erfüllungsgarantie! Ich werde z.B. garantiert nicht über winzige peruanische Riesenmistkäfer schreiben!).

Doch kommen wir zurück zu Nicos Wunsch: Das zweite Semester.

Trotz düsterer Phrophezeiungen der damaligen Erstsemestertutoren freute ich mich nach den langen, erfüllten Ferien aufs Zweite! Wie zu Beginn des ersten Semesters war ich ausgeschlafen, hochmotiviert, neugierig und gespannt. Diese erfreulichen Eigenschaften haben sich in der Klausurphase in “übermüdet”, “demotiviert”, “lustlos” und “angespannt” gewandelt. Doch wie kam es dazu?

In der ersten Woche fielen sämtliche Übungen aus und es gab keine Hausaufgaben zu erledigen — schöne Zeit! Die ersten Hausaufgaben waren nicht schwierig und der Stundenplan wurde als “doch-nicht-zu-voll” klassifiziert. Es stellte sich jedoch früh heraus, dass diese Zuordnung grober Unfug war; z.B. als ich wieder meine Freizeit arg begrenzt sah oder als ich anfing Hausaufgaben aufzuschieben und demzufolge die Nächte immer arbeitsintensiver und schlafärmer wurden. Schnell verabschiedete ich mich von “Erkenntnistheorie II” und auch — weniger schnell — von “Formalisierung von Wissen”.

Ich hätte aber eigentlich noch ein paar mehr Kurse rausschmeissen müssen, um vernünftig arbeiten zu können. Aber ich wollte mich der Herausforderung stellen!
Ich habe es auch geschafft; auch wenn ich mich von einigen Idealen wie “Diesmal-aber-kein-bulemielernen” und “Diesmal-Vorlesungen-intensiv-nacharbeiten” verabschieden musste. Vielleicht, so hoffe und glaube ich, schaffe ich es im nächsten Semester diese Ideale zu wahren.
Warum? Das nächste Semester ist nicht die Nummer 2, sondern die Nummer 3 — ich hoffe das reicht.

Die schönsten Veranstaltungen meines Stundenplans waren der Unichor, der Gebärdensprachkurs und Sensory Physiology. Die ersten beiden Kurse waren keine Pflichtveranstaltungen. Freiwillig besuchte Kurse, an denen ich ganz viel Spaß hatte. Auch hier möchte ich noch einmal kurz Werbung für den Gebärdensprachkurs machen: Leute, nehmt die Gelegenheit war und versucht euch an dieser Sprache. Sie ist leicht zu lernen, das Lernen macht Spaß und das Lernen soll den Einsatz und die Beobachtungsfähigkeit von Mimik und Gestik verbessern. Der letzte Kurs war meine liebste Pflichtvorlesung (oder Vorlesung allgemein).
Die langweiligsten/schlimmsten Veranstaltungen waren Cognitive Psychology and Neuropsychology, das Lab und A.I.. Die ersten beiden Kurse gehören zum Bereich der kognitiven Psychologie und meine Vorfreude auf diese Kurse war immens hoch; sie konnte auch nicht von den vielen Gerüchten, die den Professor der Kurse betrafen, getrübt werden.
Doch leider hatte Herr Schmalhofer nichts besseres zu tun, als die bösen Gerüchte zu bestätigen. Ein Drittel (oder doch gar die Hälfte (?) ) aller CPCN Vorlesungen fielen “due to specific reasons” aus. Das Laboratory war dermaßen unorganisiert und wurde bar jeglicher Mühe geleitet, sodass auch da mir der Spaß verging. Trotzdem bleibt der Inhalt interessant; nur leider steht und fällt die Qualität eines Kurses und die Beigeisterung für den selbigen mit dem Dozenten. Und trotzdem meinte ich in Herrn Schmalhofers Entschuldigungen nicht irgendwelche zusammengeklatschen Worthülsen zu hören, sondern aufrichtige Reue. Vielleicht sollte man nicht hinter seinem Rücken bös über ihn sprechen und “Verschwörungen” planen, sondern direkt auf ihn zugehen und mit ihm reden.

Der zuletzt genannte Kurs — A.I. (oder Artificial Intelligence) — stellte sich leider als sterbenslangweilig heraus. Bereits in der ersten Vorlesung musste ich gegen meine Ermüdung ankämpfen. Ich glaube nicht, dass das die Schuld des Professors war, die Einführung in die Programmiersprache ProLog kann man wohl nicht wesentlich spannender darstellen.
In weiterführenden Kursen, so hoffe ich, wird sich noch die Stärke von Professor Gust, dem unangefochtenen Meister der Schaubilder, zeigen.

DAS ultimative Schaubild

Die Dozenten, die unfreiwillig komisch waren, heissen Sven Walter und Stefan Evert.
Mr Evert, der gebürtiger Schwabe zu sein scheint, brachte mich immer innerlich zum Lachen, wenn er “Computational Linguistics” sagte. Und Mr Walter vollbrachte diese Tat durch wiederholte Nachdenken-durch-Füllwort-Ausdrücke, respektive sein bewundernswertes “ÄÄÄHHHMMMM…”.
Danke, Sven Walter!

Nun hoffe ich, dass wir alle aus dem Zweiten lernen und uns nicht mit unschaffbar vielen Kursen vollladen. Aktuell kursierende E-Mails weisen auf das Gegenteil hin.


2 Antworten zu “Das zweite Semester — Übertreibungen, Schaubilder & Füllwörter”


  1. 1 Lena Samstag, 28. Juli 2007 um 23:11

    Moin Toby,

    ich bin mir zwar nicht sicher, was du mit meinem Wunsch meinst, aber danke :)

    Was die Hoffnung auf weniger Arbeit im dritten Semester angeht: ich bin da wesentlich weniger optimistisch, schließlich gibt es sooooooo viele interessante Kurse!
    Und wenn ich dann mal zu bedenken geben darf, dass wir bereits eine Sammlung von so um die 25 ernsthaft spannenden und nützlichen Kursen zusammengetragen haben.
    Ach ja, DGS II steht noch gar nicht mit auf der Liste - noch einer mehr! ;)
    Wenn du CPCN vertiefen möchtest, bzw. das Modul kognitive Psychologie, dann mach doch Cognitive Modeling – und lies den Goldstein! Der Vorteil bei CM ist zumindest, dass es nicht noch ins Semester gestopft werden muss, auch wenn das heißt: noch zwei Wochen Ferien quittieren!

    Beim Lesen habe ich mich übrigens köstlich amüsiert, obwohl ich deine Sichtweise bezüglich gewisser sprachlicher Eigenheiten ja zur Genüge kenne…
    Macht nichts, im dritten gibt es sicher noch mehr davon!

    Ach ja, und noch etwas ist mir aufgefallen: du schreibst sehr philosophisch! – Nenne drei Dinge und führe diese dann anschließend aus mit „ersteres…“ und „letzteres…“ *gg*

    So, dann frohes Schaffen bei weiterer Wunscherfüllung!
    Beste Grüße,
    Wer? – Na ich eben! :)

  2. 2 coriginell Freitag, 10. August 2007 um 18:21

    Heil David, heil!!!

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